Leserbriefe - gruene-werl

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Leserbriefe

  
Warum Menschen fliehen

Unterstützung für die Initiative Seebrücke der evangelischen Kirche Werl

Die Zahl der Flüchtlinge hat weltweit zugenommen. Was sind die Gründe? Und welche Rolle spielt die Ungleichheit zwischen dem reichem Norden und dem verarmtem Süden?
Nennen wir es beim Namen: Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher!  
Unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe und der Aussicht auf Teilhabe am globalen Handel und somit auf Einkommen für die verarmte Bevölkerung des Südens muss letztere ihre Arbeit und Ressourcen zu niedrigsten Preisen anbieten. Das hat dazu geführt, dass zahlreiche Unternehmen mit Stammsitz in industriell entwickelten Ländern ihre Arbeitsplätze in Billiglohnländer des Südens verlagert haben. Fabriken und Produktionsstätten wurden vor allem dort errichtet, wo die Unternehmen von Steuern befreit, die Kosten durch Arbeits- und Umweltschutz niedrig sind und Zölle und andere Vorschriften zum Schutz der eigenen inländischen Wirtschaft als Handelshemmnisse außer Kraft gesetzt werden können. Mit anderen Worten: Die reiche Wirtschaft des Nordens sichert sich einerseits Absatzmärkte, andererseits den Zugriff auf billige Arbeitskräfte und Ressourcen des Südens. Dabei bleibt letztere von der Wertschöpfung größtenteils ausgeschlossen. Das Versprechen, dass dabei auch etwas für die Armen abfallen würde, hat sich nicht erfüllt.  
Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt über die Hälfte des globalen Vermögens – mehr als die übrigen 99 Prozent zusammengenommen. Dem gegenüber führen 1,2 Milliarden Menschen einen schier hoffnungslosen Überlebenskampf. Sie leben von weniger als einem Euro am Tag. Millionen von ihnen leiden Hunger. Die Hoffnungslosigkeit wird vielfach durch kriegerische Auseinandersetzungen und Korruption im Land verschärft. So fürchten viele um ihr Leben. Sie suchen nach Schutz und einem Neuanfang. Sie sehen in ihrer Heimat oder den angrenzenden Nachbarländern keine Perspektive mehr – weder für sich, noch für ihre Kinder. Darum wagen sie die Flucht, die sie nach monatelangen Mühen und ständiger Gefahr häufig in die Hände skrupelloser Schepper treibt. Viele unter ihnen werden Opfer von Gewalt und Ausbeutung, der sie nur noch in seeuntauglichen Schlauchbooten entkommen können. Sie haben nur noch ihr Leben zu verlieren.
Darum fordern wir, dass auch unsere Stadt Verantwortung übernimmt und sich zum sicheren Hafen erklärt. 138 Städte sind bereits sicherer Hafen, große Städte wie Hamburg, Berlin, Köln. Städte in Ostdeutschland wie Leipzig, Weimar, alle Städte um uns herum—Hamm, Soest, Unna, Arnsberg, Dortmund. Auch die  Brandenburger Landesregierung hat das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, die Aufnahme von Flüchtlingen aus Seenot zu ermöglichen.  
Ist es uns nicht möglich ein kleines Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen --- Mit-Mensch zu sein.......?

Katharina Rittinghaus----Klaus Rittinghaus----Beate Drolshagen----Thomas Schulte




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